Bald ist es wieder so weit, Anfang September findet erneut die Hölle von Q statt.
Ich bin letztes Jahr zum ersten Mal dort gestartet, weil es gegen Ende der Saison nicht viele Mitteldistanzen in der Nähe gibt. Außerdem sind die Höhenmeter für einen Flachland-Berliner wie mich eine willkommene Herausforderung.
Großen Respekt an die Veranstalterinnen und Helferinnen – logistisch ist das Ganze eine echte Mammutaufgabe. Auch für uns Athlet*innen. Aber dazu gleich mehr.
Meine Frau und ich reisten am Samstag mit dem Camper nach Ditfurt an. Praktisch, direkt neben der ersten Wechselzone und dem Schwimmstart kann man auf dem Parkplatz übernachten (10 € pro Person). Duschen gibt es keine, aber der See ist sauber – reicht also zur Not auch für eine kurze Katzenwäsche. 😊
Startunterlagen samt gut gefülltem Starterbeutel holten wir im Athletencamp ab. Die Startnummern werden in Zeitfenstern ausgegeben, die man vorher zugewiesen bekommt.


Nachdem wir uns mit der Umgebung vertraut gemacht hatten, ging es zum Bike-Check-in. Man bekommt zwei Boxen – eine für WZ1, eine für WZ2. Die WZ2-Box wird vom Veranstalter nach Thale gebracht und am nummerierten Radständer bereitgestellt. Wichtig: Alles, was man dort später braucht, muss direkt hinein. Nachreichen ist nicht möglich.
Ich habe mein Rad für die Nacht vorsichtshalber in eine große Plastiktüte gepackt (die muss man selbst mitbringen). Am nächsten Morgen konnte man glücklicherweise nochmal in die Wechselzone und die Tüte entfernen. Auch die Verpflegung habe ich erst dann ans Rad gebracht. Das Einpacken hat aber nicht viel gebracht, denn Helm, Brille, Kette & Co. waren nach dem Schwimmen trotzdem feucht.



Nach dem Check-in fuhren wir nach Quedlinburg, gingen erst etwas essen und später zur Wettkampfbesprechung und Pasta-Party. Danach zurück zum See, ein paar Stunden Schlaf, denn am Sonntag ging’s früh los.
Als der Wecker klingelte war die Sonne noch nicht mal aufgegangen und es herrschten keine 10 Grad. Als die Morgendämmerung begann sah man leichten Nebel über dem Wasser. Total idyllisch, aber schwierig für die Sichtverhältnisse.
😊 Ab 6:40 Uhr wurde in Wellen gestartet. Ich hatte ein wenig Orientierungsprobleme, da ich im Wasser wenig sah, die Bojen habe ich spät gesehen, welche meiner Meinung auch nicht in gerader Linie gesetzt wurde. So hatte ich das Gefühl, dass ich Zick Zack schwimme. Hinzu kam noch die blendende Sonne, aber für meine Verhältnisse trotzdem nach einer zufriedenstellenden Zeit aus dem Wasser gestiegen.






Dann schnell aufs nasse Rad, allerdings hatte ich weiter Sichtprobleme: Brille und Helmvisier beschlugen, und die tiefstehende Sonne blendete. Nach ein paar Kilometern wurde es besser. Die ersten 30 km rollte ich locker dahin, dann kamen die Anstiege.
Richtig spannend wird die Hölle von Q auf den letzten 30 km: 10 km Abfahrt, 10 km Anstieg, 10 km Abfahrt und die Temperaturen stiegen langsam auf etwa 25 Grad.
Die zweite Wechselzone war perfekt organisiert. Freundliche Helfer*innen führten mich zu meinem Platz, wo schon meine Laufbox wartete.
Die Laufstrecke war sehr trail-lastig, stabile Fußgelenke sind hier definitiv von Vorteil. Landschaftlich wunderschön, aber zum Ende nochmal richtig hart: Zwei Anstiege (Münzenberg und die Rampe zur Stiftskirche) und jede Menge Kopfsteinpflaster in Quedlinburg.
Ich war froh, endlich durch die letzte enge Gasse zu laufen, meine Frau auf der Zielgeraden zu sehen und nach 5:45 Stunden ins Ziel einzulaufen.






Vor dem Schwimmstart hatte ich meinen Zielbeutel abgegeben, den ich im Zielbereich in Quedlinburg wieder abholen konnte. Damit ging’s dann ins Schwimmbad zum Duschen, bevor wir uns mit Bratwurst und anderen Leckereien belohnten.
Für die Rückfahrt nach Ditfurt wollten wir die bereitgestellten Shuttle-Taxis nutzen (nicht kostenlos). Leider mussten wir rund 30 Minuten warten und das, obwohl ich schon eine Weile im Ziel war und nicht mal zu den letzten Finishern zählte. Verzögerte sich leider, aber kamen trotzdem wieder zum Start.
Zurück in Ditfurt holte ich meine Schwimmsachen, wir luden alles in den Camper und fuhren dann nach Thale, um mein Rad abzuholen. Die Parkplatzsituation dort ist schwierig, besonders mit großem Fahrzeug. Ich hätte eine Vollmacht ausstellen und jemand anderen schicken können, um die Sachen abzuholen. Das wäre einfacher gewesen, aber komme ja nicht von dort und meine Frau war ja bei mir im Ziel.
Ich kann diesen Wettkampf nur empfehlen – herausfordernd, abwechslungsreich und mit viel Herz organisiert, trotz des logistischen Aufwands. Ob ich nochmal starte, weiß ich noch nicht, aber dank meines Coaches bin ich zumindest nicht durch die Hölle gegangen. 😊
Weitere Bilder vom Veranstalter https://www.hoelle-von-q.de/fotos-2024/
