Schnell, brutal warm, super nette Leute und eine rundum gelungene Veranstaltung.
Das ist die Kurzfassung vom 4. Viking Triathlon – und eine klare Startplatzempfehlung für alle, die Lust auf eine familiäre, aber fordernde Mitteldistanz haben.
Wenn mich Vereinskameradinnen fragen: „5:28 Stunden gefinisht.“
Wenn Kolleginnen fragen: „Platz 189 von 355.“
Für mich zählt aber nur die Zeit.
Und die Zielzeit habe ich erreicht, mehr war bei der Hitze einfach nicht drin. Auch wenn’s mein langsamster Halbmarathon ever war, zum ersten Mal seit zwei Jahren kam ich dafür aber schmerzfrei ins Ziel. Und das war ein schönes Gefühl, auch wenn es hart war.
Gemeinsam mit meiner Frau sind wir am Freitag von Berlin mit dem Camper Richtung Schleswig aufgebrochen. Unterwegs schauten wir uns noch Kiel und Eckernförde an.
Das Camping-Angebot des Veranstalters (20 € für einen Mitarbeiterparkplatz direkt am Stadtpark Königswiesen) war super praktisch. Fußläufig zum Stadtzentrum und zum Veranstaltungsgelände. Besser geht’s kaum. Supermarkt und Asgaard Brauerei einen Steinwurf entfernt.
Die Startunterlagen gab’s im Stadtpark, zwischen Luisenbad (Schwimmstart) und der Wechselzone auf einem Sportplatz. Die kleine Expo war überschaubar, hatte mir das im Vorfeld größer vorgestellt und so verbrachten wir nicht viel Zeit dort. Das Rad musste am Samstag in die Wechselzone gebracht werden inkl. Helm.




Das Briefing wurde als YouTube-Video zur Verfügung gestellt, sehr angenehm und völlig ausreichend.
Schleswig hat uns wirklich positiv überrascht!
Dom, Altstadt, ein Turm mit Aussicht und als Highlight: eine Wikinger-Ampel. 😊


Am Samstag war’s schon richtig warm. Abends saßen wir draußen und gingen noch kurz in der Schlei baden. Ich hatte im Vorfeld Sorge wegen der Wassertemperatur – überall stand was von 14 Grad ❄️ – aber gefühlt hatte sie 18 Grad. Bei der Wärme und mit Neo erträglich.
Da der Start erst um 10 Uhr war, konnten wir am Sonntag fast ausschlafen.
Nach einem ruhigen Frühstück richtete ich meinen Platz in der Wechselzone ein. Die After-Race-Klamotten wurden in einem Zelt abgegeben, den Neo zog ich erst kurz vor dem Start an, da die Sonne schon ordentlich brannte.

10 Minuten vor dem Start ging’s in die Startgruppe, unterteilt nach Schwimmzeiten.
Wellenstart, drückende Hitze unter dem Neo, und zur Einstimmung epische Musik (ich meine aus der Vikings-Serie). Gänsehaut-Feeling, trotz Schweißausbruch. 😅




Trotz verhältnismäßig wenig Training kam ich gut durch.
Leider wieder einen Typen um mich gehabt, der keine 50 Meter kraulen konnten. Wenn er gekrault ist, dann war er schnell, aber wohl blind unterwegs. Einmal voll die Hand ins Gesicht bekommen, Tritte auch oder er ist ZickZack geschwommen. Furchtbar! Zu Orientierung ist er dann Brust geschwommen. Leider gab es für mich kein Entkommen, schwamm ich schneller oder auf die andere Seite vom Feld, irgendwann war er wieder da….🤦♂️



600 Meter vom Wasser bis zur Wechselzone, dann aufs Rad.
Drei Runden auf einer zweispurigen Landstraße, Richtung Norden mit leichtem Rückenwind, Richtung Süden zurück. Nicht spektakulär, aber schnell.
Der Asphalt: top. Keine Risse, keine Schlaglöcher.
Die Helfer*innen an der Strecke: super organisiert. 💪
Und das Beste: Ich konnte auf meinem Rennrad ohne Aufsatz mit einigen auf Triathlonrädern mithalten oder sie sogar überholen. Kleine Genugtuung nach dem Frust beim Neuseenman im Vorjahr.
Die aktuelle Zwischenzeit ließ eine gute Endzeit verhoffen. Allerdings war mir auf dem Rad schon klar, dass es wegen der Wärme schwierig wird, die gewünschte Pace zu laufen. Nach den ersten Metern wusste ich auch gleich, dass wird richtig übel heute. Vom Kopf her gleich ein anderes Mindset und ich fragte mich, ob ich das hier überhaupt zu Ende bringen kann. Zeiten waren ab da völlig egal, ich wollte einfach nur finishen und so lief ich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation, welche in etwa alle 2,5 Kilometern aufgebaut waren. Zum Glück mit „Duschen“, so wurde für Erfrischung gesorgt. Die Verpflegungsstationen waren gut organisiert. Unterschiedliche Farben der Warnwesten, signalisierten die entsprechenden Getränke. Blau = Wasser, rot = Cola, orange war glaube ich Iso. Auf der Radstrecke waren die Trinkflaschen auch in unterschiedlichen Farben. Was mir vorher leider nicht klar war, dass ein kleiner Hügel eingebaut war, der es in sich hatte. Ging gleich mit einer Rampe los und die Steigung wollte einfach nicht enden. Nach der ersten Runde wusste ich dann wenigstens, was mich auf den restlichen beiden Runden erwarten würde.


Ein Highlight: Ein Läufer vor mir kommt oben auf dem Hügel an, bleibt stehen und wurde von einem rauchenden Zuschauer gefragt: „Willste auch eine?“ – mega. 😂
Zuschauer*innen sorgten für Stimmung, meine Frau versorgte mich mit Küssen auf jeder Runde 😘 – und ein älterer Herr rief mir lachend zu:
„Wenn ich meine Frau dabei hätte, würde ich das hier auch schaffen!“
So wurde ich immer wieder abgelenkt und finishte dann doch glücklich. Nahm meine Medaille in Empfang und exte erstmal ein Flensburger alkoholfreies Radler. 🍺

Klare Empfehlung für alle, die einen besonderen Mitteldistanz-Wettkampf im Norden suchen. 😉
